Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

1200 JAHRE WEINBAU IN GÖCKLINGEN

Referat anlässlich des Weinfestes in Göcklingen am 18. Juni 2006

Sie werden sich fragen, wieso 1200 Jahre? Die Römer haben doch den Wein schon vor etwa 2000 Jahren an den Rhein und an die Mosel gebracht. Stimmt, aber eben nicht nach Göcklingen. Dazu fehlt jeglicher Beweis. Zwar gibt es mehrere Reste römischer Villen in der Pfalz, z. B. bei Ungstein und Wachenheim, aber eben nicht hier. Die uns am nächsten gelegene römische Ansiedlung befand sich bei Arzheim.

Der lange Weg der Kulturrebe zu uns nach Göcklingen

Bis heute gibt es Wildreben in den Rheinauen oder auch am Bachlehrpfad bei Appenhofen, aber von ihnen stammen unsere Kulturreben nicht ab. Deren Heimat, und das ist z. Zt. in der Wissenschaft unbestritten, liegt am südlichen Kaukasus, etwa in Georgien. Hier begann vor etwa 6000 Jahren der Weg der Weinrebe zu uns. Etwa 3000 Jahre brauchten die Reben bis sie über die heutigen Länder Iran, Irak, Libanon, Türkei, Israel und Ägypten die Ufer des Mittelmeeres erreicht hatten. Überall hinterließen sie Spuren, z. B. als Trauben- kerne eingebrannt in Tongefäßen, in Zeichnungen auf Tontafeln und in den verschiedensten Religionen und Erzählungen. Bei den Sumerern wurde die Göttin GESTIN als Beschützerin des Weines gefeiert, aus der Zeit der PHÖNEZIER (2000 v. Ch.) ist eine Tontafel erhalten, auf der dargestellt ist, wie eine Tochter ihrem Vater bei der Rebzüchtung zur Hand geht. Und hier haben wir ein entscheidende Merkmal: Auf dem langen Weg der Reben zu uns wurden diese durch ständiges Selektieren immer besser. So waren z. B. die Reben am Anfang noch zweigeschlechtlich, d.h. man musste, wie bei den Kiwis noch heute, männliche und weibliche Reben gemischt setzten. An den Ufern des Mittelmeeres war dies nun nicht mehr nötig. Aber noch wurden die Weinreben an Bäumen gepflanzt und wuchsen als Kletterpflanzen in und an ihnen hoch.