Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Abzug der Römer, vorläufiges Ende des Weinbaus

Im 3. u. 4. Jahrhundert n. Chr. waren die hier lebenden Römer beunruhigt. Immer wieder versuchten germanische Gruppen den Grenzwall LIMES zu durchbrechen oder mit Booten den Rhein zu überqueren. Sie überfielen einzelne römische Villen und plünderten sie aus. Manchmal waren die Kähne überladen, kippten um und versanken in den Fluten. Fast 2000 Jahre später wurden diese Schätze wieder, wie z.B. in Neupotz durch die Firma Kuhn, wieder ausgebaggert. Zur Zeit sind sie im Museum in Speyer zu sehen. Darunter sind etliche Geräte aus dem Bereich WEINBAU.

Im 5. Jahrhundert gab es für die Römer kein Halten mehr: In breiter Front durchbrachen die Alemannen den Limes und überquerten den Rhein Sie zerschlugen so ziemlich alles, was die Römer zurückließen. Man schaue sich nur einmal in der römischen Siedlung Schwarzenacker bei Homburg um. Fluchtartig wurde sie verlassen, bevor sie niedergebrannt wurde.

Einer der Neuankömmlinge war GAGILO, ein Alemanne, der sich mit seiner Sippschaft hier niederließ, vermutlich dort wo sich heute der "Freihof" befindet. Das alemannische "ingen" bedeutet Hof, Anwesen, Siedlung, so dass demnach "GÖCKLINGEN" etwa so viel bedeutet wie "Hof des Gagilo". Etwa 50 Jahre später kamen die Franken dazu, welche die Oberhoheit über die Alemannen gewonnen hatten. Sie gründeten ihre Dörfer mit den Endungen "heim" und "weiler".

In die komfortablen Steinhäuser und Villen der Römer zogen die Germanen nicht ein. Sie bauten weiterhin, noch etwa 400 Jahre lang, ihre Fachwerkhäuser und brauten ihr MET, eine Art Honigwein. Es ist anzunehmen, dass die keltische Urbevölkerung in wesentlichen Teilen nicht geflohen ist, sondern hier blieb und den neuen Herren diente. Vielleicht haben sie auch einige Rebstöcke, der süßen Trauben zuliebe, hinüber gerettet in eine neue Zeit.