Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Zaghafter Neubeginn des Weinbaus

Chaos war das Merkmal der nächsten 2 Jahrhunderte. Erst bei dem Merowinger König Dagobert I. (623-639) besserte sich die Lage. Während seiner Regierung setzte sich das Christentum endgültig durch. Er rief irisch-schottische Mönche ins Land, gründete 623 das Kloster Weißenburg und 626 das Kloster MONASTERIUM CLINGA, d.h. übersetzt: Kloster am Gebirgsbach. So entstand also das Kloster Klingenmünster aus dem Nichts und musste während der Aufbauphase versorgt werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit bestimmte König Dagobert dazu den Göcklinger "Fronhof" (Herrenhof), hier allgemein als "Freihof" bekannt. Diese Verbindung bestand 1200 Jahre, bis nach der Französischen Revolution nach der beide, das Kloster und der Freihof, als klösterliches, inzwischen kurfürstliches Gut 1803 versteigert wurden. Viele Sagen in Frankreich und bei uns erzählen von dem " guten, alten König Dagobert", der zwar 639 in St. Denis bei Paris beigesetzt wurde, dessen Herz aber der Sage nach in einer goldenen Kapsel im Göcklinger Freihof ruhen soll.

Bezüglich des Weinbaus geschah gar nichts. Woher sollten die Anstöße auch kommen? Die Mönche aus Irland und Schottland waren zwar gut in der Verwaltung und in kirchlichen Diensten, aber vom Weinbau verstanden sie rein gar nichts.

Dies änderte sich um 800 n. Ch. während der Regierungszeit Karl des Großen. Immer mehr Mönche kamen nun aus den südlicheren Gefilden, besonders aus Burgund. Diese Mönche verstanden etwas vom Wein, sehnten sich nach ihm, brauchten ihn für die Heilige Messe und medizinische Zwecke. Langsam blühte der Weinbau auf. Als die drei Enkel Karl des Großen 843 in Verdun sein Riesenreich aufteilten, wurde die Pfalz zunächst dem Mittelreich, dem Reich Lothar I. zugeteilt. Da muss aber jemand dem König des Ostfrankenreiches, Ludwig dem Deutschen, zugeflüstert haben: Mein Herr, wir haben zu wenig Wein im Land!!! So wurde der Vertrag noch einmal geändert und auf lateinisch ist aufgeschrieben: DIE PFALZ KOMMT ZUM OSTFRANKENREICH DES WEINES WEGEN.

Wir dürfen also mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, dass nach 800 auch im uralten Fronhof zu Göcklingen der Weinbau Einzug gehalten hat. Daher das heutige Thema : 1200 Jahre Weinbau in Göcklingen.