Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Der Göcklinger Weinbau im Mittelalter

Der erste schriftliche Hinweis auf den Weinbau in Göcklingen findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1288. Mit ihr gestattet Emrich von Leiningen, Burgherr auf Landeck, einem Otto, genannt Treppeler, eine Weingülte in Göcklingen zu verkaufen.

Einen großen weinbaulichen Fortschritt gab es im 11. und 12. Jahrhundert durch das Erscheinen der Zisterzienzermönche in unserem Raum. Sie kamen ja alle aus Burgund und bauten kein Kloster ohne Weinberge. Das uns zunächst gelegene Kloster dieses Mönchordens Eußerthal besaß ja bekanntlich in der Göcklinger Schulgasse einen Klosterhof als Außenstelle.

Dieser Hof hat sich mit Sicherheit positiv auf den Göcklinger Weinbau ausgewirkt. Erstmals erwähnt wird ein Weinberg in einer Urkunde aus dem Jahre 1492. Darin heißt es: " Ein Weingarten, gelegen unten an der Steingass, zu der rechten Hand da man gehet von Landau aus und stoßt auf den Floß (Fluss) zwischen dem Weingart und den Wiesen fließt."

Der Weinberg lag also am Beginn des Landauerweges, links, und gehörte wahrscheinlich wegen seiner Nähe zum Besitz des Fronhofes. Übrigens, bis um 1900 wurden alle Weinberge als "Weingärten" bezeichnet, vermutlich weil sie so klein waren. Vor der mittelalterlichen Lautverschiebung von i auf ei hießen die Weingärten "wingart" , von ihm stammt unser pfälzischer "Wingert" und das englische "vineyard" ab, das fast genauso gesprochen wird.

Die ersten etwas größeren Weinbauflächen finden sich im Göcklinger "Fronborn" und "Fronacker", beide auf halber Höhe an der Südseite des "Setzerberges" gelegen. Hier sind 1492 elf "weingart" erwähnt. Man könnte meinen, der Setzer hätte seinen Namen daher, dass auf ihm, rund 260 m hoch, die ersten Reben gesetzt wurden. Weit gefehlt! Die letzte Gemarkung auf dem Weg nach Landau heißt "Zollstock". Hier wurde früher eine Wegemaut erhoben, die je nach Ladung festgesetzt wurde.

Immer wieder kam es zum Streit um den Weinzehnten zwischen dem Abt vom Kloster Klingenmünster und dem jeweiligen Vogt des Unteramtes Klingenmünster, zu dem das Dorf Göcklingen gehörte . So wollte z. B. der Junker und Vogt von Ochsenstein, dem Göcklingen unterstand, 1457 den Weinzehnt von Göcklingen, obwohl der ganze Weinbergsbesitz dem Klosterhof gehörte. Das Gericht, vermutlich das Oberamt Germersheim, entschied: " Es gilt das Weinmaß von Münster. Wenn 9 Fahrten Wein aus dem Wingert gebracht, soll der 1o. ohne Betrug dem Abte von Münster gegeben werden."