Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Früher waren die Weinjahrgänge auch sehr unterschiedlich:

1392

Die Trauben waren Ende September so hart gefroren, dass man sie mit einem Stößel auseinander klauben muss.

1425

Wegen der Pest bleiben die Trauben hängen. Es finden sich kaum Leser.

1484

Köstlicher Wein! Für ein Fass muss man das Dreifache seines Inhaltes an Wein bezahlen. Man verschenkt den alten Wein

1484

am 5. Dezember wird in einer Bulle des damaligen Papstes Innocens über die Hexen, diese als Weinbergsschädlinge ausdrücklich genannt da sie" durch ihre Zauberei die Traubenernte erheblich negativ beeinflussen können".

1529

Guter Wein und viel! Pro Morgen 6-8 Fuder. (Ob dies auf die Hexenver- brennungen zurückzuführen ist?)

1624

Lesebeginn : 19. Juli. Man muss den Leserinnen Wasser bringen, damit sie weiter machen.

In dem Güterverzeichnis des Klosters Weißenburg (Elsass) angelegt unter abt Edelinus im 13. Jhd. etliche Lagenamen aus pfälzischen Dörfern. Von Göcklingen heißt es: "in terminus villae Geckelinger Marg et vocatur die hube item 3 jugera (Morgen), juta die an der Letengass, item sex jugera sita an dem Steinackeruff dem Lettenvelde, item 1 jugera ptotorum in dem Buchgarten."

Erstaunlich früh taucht der Name "KAISERBERG" auf. So kauft 1466 z.B. Bischof Matthias von Speyer einen Morgen Weinberg "Am Kaiserberg" in der Gemarkung Göcklingen um 15 Gulden. Für zwei weitere Morgen in derselben Lage gewährte er 1469 dem Göcklinger Pfarrer Johann Durlach von Surburg (Elsass) nach seiner Pensionierung lebenslänglich Kost, Wohnung und Kleidung im bischöflichen Schlosse zu Lauterburg. (Elsaß)

Im folgenden Jahrhundert überließ der Speyerer Bischof Eberhard (1581-1610) "die 4 Morgen Weinberg am Kayserberg in Göcklingen, die bisher im Frondienst gebaut wurden, an mehrere Leibeigene gegen die Hälfte der bisher auf die Madenburg zu bringenden Gewächse". Später erhielten die Leibeigenen die 4 Morgen gegen ein Fuder Wein als jährliche Gülte.

1567 wurde das inzwischen in ein Chorherrenstift umgewandelte Kloster Eigentum des Kurfürsten von der Pfalz. Erstmals hatten der Klosterhof und die Gemeinde Göcklingen denselben Herren im Amt LANDECK, nämlich den Vogt in Klingenmünster.

Der erste Pächter des Klosterhofes den der Vogt auswählte, war Jacob Bertsch. Er wurde gleichzeitig Schultheiß von Göcklingen, was ja vorher unmöglich gewesen wäre. Jährlich zahlte er 200 Gulden Pacht, eine stattliche Summe. 1570 wurden viele der klösterlichen Weinberge verkauft und befanden sich nun erstmals in den Händen Göcklinger Bürger. Diese hatten freilich weiterhin den Weinzehnten abzuliefern, von nun an aber an den kurfürstlichen Vogt in Klingenmünster. Die erste danach neu entstanden Weinlage ,sie schloss sich an die Gemarkungsteile "Fronborn" u. "Fronacker", heißt wohl daher "Jungwingrt". Auch von Weinkäufen wird berichtet. So kauft 1288 "Otto", genannt Treppler, (die ersten Nachnamen tauchen auf!), im Dorf "GEGGELINGE" 1/4 Ohm Wein (50 Ltr.) für 2 Pfd. Heller.

1556 kauft das Kloster Eschweiler im Kloster Klingenmünster Sylvaner aus Göcklingen. Es muss einer der ersten in der Pfalz angepflanzten Sylvaner gewesen sein.