Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Weinbau im Zeitalter des Absolutismus

Krieg, Krieg und noch mal Krieg war das Kennzeichen der nächsten 100 Jahre Die wichtigsten seien genannt: Dreißgjähriger Krieg, Pfälzischer Erbfolgekrieg und der Spanische Erbfolgekrieg. An dessen Ende 1717 war alles zerstört: Das Dorf, die Weinberge, jegliche Kultur und die Menschen nicht minder. Unser Gewölbekeller stammt aus dem Jahre 1617. Das Haus darüber war vermutlich eingestürzt und wurde von Traudels Ur-ur-ur-ur-großvater Georg Eck 1772 zum Teil mit den alten Balken wieder errichtet. Seit 1742 regierte der Kurfürst Carl Theodor in Heidelberg und mit ihm begann eine Phase des wirtschaftlichen Aufbaus und der Ruhe. 44 Häuser und die beiden Kirchen wurden bis zu seinem Tod 1792 hier errichtet. Aber dann standen auch schon wieder die franz. Revolutionstruppen bei Weißenburg.

1749 ordnete Carl Theodor die Erfassung aller Weingärten an. In Göcklingen waren dies 17 Morgen, also 4,25 ha, die sich aufteilten in 46 Besitzer. Ein Anteil hatte demnach die Größe von 4,4a . Den größten Besitz hatte ein Herr Stirnmann mit 44a und ein Herr Löffel mit 32 a. Von den heute noch in Göcklingen lebenden Familien wie Brauner, Roth, Nuß, Keller, Wendel, Büchler, Buckel und Eck ragte nur Herr Dyllmann hervor mit seinen 24a. (Herr Dyllmann war nach dem 30jährigen Krieg aus den Niederlanden hier her gekommen, wurde Schultheiß und hinterließ uns bekanntlich die kleine Feldkapelle am Friedhof .) Abzuliefern waren jährlich 1500 Liter " claren Weins" an den Vogt in Klingenmünster. Der entnahm seinen Anteil, der Rest ging an das Oberamt in Germersheim als Teil des Gehaltes der Bediensteten und was dann noch übrig blieb, kam in das große Fass in Heidelberg mit 236 000 Litern Inhalt.

Der Kurfürst Carl Theodor hat es 1750 von dem Küfermeister Michael Werner aus Landau bauen lassen. Das riesige Holzfass war nur 3 mal voll, letztmals 1769. Es wurde nur noch übertroffen von dem Fass August des Starken auf der Festung Königstein bei Dresden mit seinen 254 000 Litern. Der Wein aus diesen riesigen Fässern und bei den damaligen Möglichkeiten der Weinbehandlung muss ein elendes Gesöff gewesen sein. Ein Glück, dass ich heute lebe und meine Pension von der Besoldungsstelle in Koblenz erhalte und nicht in der Form des Weines aus einem dieser Fässer!!! Wahrscheinlich würde ich nicht mehr leben.