Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Junge Göcklingerin vom Blitz erschlagen

Obwohl der Familienname Ballweber bzw. Ballenweber oder Ballwöber schon seit über 100 Jahre in Göcklingen ausgestorben ist, gibt ein massives Steinkreuz in der kurpfälzischen Gemarkung Brühl heute noch Zeugnis von einem Ereignis, das sich dort im Jahr 1776 zugetragen hat.

Betroffen war die zum damaligen Zeitpunkt 23 Jahre alte Maria Eva Ballweberin aus Göcklingen. Im ältesten Buch des Brühler Gemeindearchivs (Einträge von 1715 bis 1802) wird zu dem tragischen Geschehen unter dem 18. Juli 1776 folgendes berichtet:

„Auf obigen Datum morgens um ½ 9 Uhr ist Eva Bollweberin von Göcklingen bey Landau des Jean Claud Tochter an dem sogenannten Alimentenbuckel unter einem Bierenbaum in hiesiger Gemarkung bey schwerem Ungewitter durch einen Donnerstreich urplötzlich erschlagen worden.“ (Die Aussprache und Schreibweise des Familiennamens wird im pfälzischen Dialekt eher nach „o“ als nach „a“ geklungen haben) Auch der Knecht des Brühler Schultheisen hat sich unter dem Baum befunden Durch den entsetzlichen Schlag sind beide „den Buckel hinuntergefallen“. Der Baum muss sich also auf einer Anhöhe befunden haben. Catharina Dörlerin von Göcklingen, eine Freundin der Ballweberin bezeugte den Vorgang, „weil sie ohngefähr sieben oder acht Gänge (Schritte) weit von dem Baum gestanden habe. Sie habe sogleich nachgesehen, ob sie (Eva) noch bey Leben ist, so war aber dieselbe schon ganz tot und bey ihr im geringsten kein Leben mehr zu finden.“ Sogleich eilte Catharina D. Nach des Herrn Schultheisen Knecht. Obwohl dieser vor großem Schrecken nicht reden konnte, habe sie gesehen, dass er „noch bey Leben seye“.

Die Brühler müssen damals zutiefst erschüttert gewesen sein. Anders lässt sich nicht erklären, warum das Gedenkkreuz erstellt wurde. Bis heute ist nicht bekannt, wer es in Auftrag gegeben hat. Die Abnutzung am vorderen Rand könnte dafür sprechen, dass es in der ersten Zeit nach dem Unglück Brauch der Bevölkerung war, beim Vorübergehen das Kreuz zu berühren und für die Verstorbene zu beten.

Jedenfalls war das tragische Ereignis für die Bevölkerung von herausragender Bedeutung, sonst wäre es wohl in dem dortigen Gemeindearchiv nicht vermerkt worden.

pkl