Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Die Beschreibung des Diehlenhofes

Die Quelle, die einst den Diehlenhof mit Wasser versorgte, ist heute noch das einzige Zeugnis des Hofes. Doch auch sie "vergammelt" und ist dem Zerfall preisgegeben.

Im Lauf der Jahrhunderte standen auf der Göcklinger Gemarkung eine Anzahl von Höfen, die nach und nach verschwunden oder nur noch Reste davon erhalten sind. Einer davon ist der Diehlenhof oder auch "Hänehof" (von Hain kommend) der etwa 2 km östlich von Göcklingen zwischen Mörzheim und Heuchelheim lag.

Unser Göcklinger Ehrenbürger, Hermann Frech hat sich dankenswerter Weise die Mühe gemacht, unter Einbeziehung der von Pfarrer Dr. Schirmer (ebenfalls Göcklinger Ehrenbürger) erstellten Ortschronik und durch eigene Recherchen, den Dielenhof geschichtlich zu "beleuchten". Das Resultat können Sie anschließend nachlesen:

Im Jahr 1806 ist im Grundbuch als Eigentümer Johann Conrad Diehl angegeben. Er war Notar aus Annweiler. Geboren ist er 1770 in Pirmasens, seine Eltern zogen nach Annweiler, wo sie als Gerber arbeiteten. Die Familie hatte sechs Kinder. (Geschichte: Der deutsche Kaiser hatte 1806 in Wien abgedankt. Das "Deutsche Reich" bestand nicht mehr. Die Pfalz war französisch und stand, wie das ganze linksrheinische Gebiet, unter der Herrschaft Napoleons).

Auf einer alten Vermessungskarte von 1832 ist der Diehlenhof deutlich zu erkennen. Das Anwesen bestand aus einem Wohnhaus mit Keller, "Schopp" mit Rüben- und Kartoffelkeller, einem kleinen Haus mit Stall, einem Schweinestall, einem Waschhaus und einem Brunnen in der Mitte des Hofes sowie zwei Obstgärten und großen Weideflächen.

Im Jahr 1836 starb Johann Conrad Diehl. Ein Jahr später wurde der Diehlenhof versteigert. Neuer Besitzer wird Ludwig Diehl,, der jüngste Sohn von Joh. Conrad Diehl. Er zahlte für das Anwesen 12 100 Gulden, ungefähr 121 000.-- Euro. Johannes Born aus Gräfenhausen ersteigerte ein Stück Land des Hofes zu 4 000 Gulden.

1852 wechselt der Diehlenhof wieder den Besitzer. Ludwig Diehl verkauft ihn an seinen jüngsten Bruder Conrad und seinen Schwager Friedrich Zinkgraf. Sehr wahrscheinlich war der Hof 1851 niedergebrannt. Im Jahr 1855 kaufen die beiden Schwestern Charlotte und Katharina Stübel aus Bergzabern den Hof für 10 000 Gulden. Offensichtlich wollten sie das Anwesen zerteilen; denn etwa 20 Hektar Land wechselten den Besitz. Über 30 Käufer kamen aus Mörzheim, Heuchelheim und Göcklingen. Der gesamte Besitz wurde "versilbert". Selbst die Kellersteine, die Dachziegel und das Gebälk wurde zu Geld "gemacht". Eine Familie Zittel aus Mörzheim kaufte ein ganzes Wirtschaftsgebäude und baute es in ihrem Hof wieder auf.

Um 1867 war vom Diehlenhof nichts mehr zu sehen. Es wird um 1900 lediglich ein "Brunnenloch" erwähnt, an dem man frisches Wasser schöpfen kann. Bei der Weinbergsflurbereinigung 1961/62 wurde die Quelle, zu der eine Treppe führt, gefasst und einige Bäume drum herum gepflanzt. Dies ist alles, was von dem einstigen stattlichen Hof übrig blieb.

Datenschutzerklärung