Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Aus der Geschichte von Göcklingen

Ein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich am 10. Mai des Jahres 1897 in der Gemarkung Göcklingen. Freilich waren dabei keine – um eine Zahl zu nennen – 90 PS - beteiligt, sondern lediglich 2 Zugpferde. Der Stand der damaligen Technik hat wohl auch eine bedeutende Rolle gespielt.

Am Unfalltag fuhr der 29 Jahre alte ledige Johannes Eck, Landwirt oder Ackerer wie die Bezeichnung für den Berufsstand lautete, mehrere Wagenladungen Mist auf den „Setzerberg“, zwischen Göcklingen und Mörzheim, gelegen. Auf dem Hügel waren überwiegend Äcker und Wiesen, wie der Gewannenname „Hitschwiese“ heute noch andeutet. Lediglich ein Weinberg, im Eigentum der nämlichen Familie Eck stehend, war auf diesem Berg angepflanzt. Dorthin oder auf einen nahen Acker fuhr Eck den Mist, wo auf der gegenüberliegenden Wegseite der Nachbar Schott Gras mähte. „Konrad, du muscht nit extra mit deine Küh rufffahre, ich nehm dir die Behrde (= zusammengebundene Grasbündel) nochher mit häm“ wird er ihm wohl gesagt haben. Bei der nächsten Fuhre Mist war es dann so weit, nachdem der Mist abgeladen war, klappte Eck die „Außenboard“ nach innen, auf die saubere Seite wurde das gebündelte Gras geladen und es ging ins Dorf. „Setz dich druff, ich geh an d´“Mechanik“ und dreh de Landacher Weg nunner, zu“, gab Konrad dem Johannes oder „Schah“ zu verstehen. Zum Verständnis sei gesagt: Die „Mechanik“ war eine neue technische Erfindung, mit deren Hilfe man über ein Schraubgewinde zwei Holzklötze an die hinteren Wagenräder pressen konnte, um einen Bremseffekt zu erreichen.

So fuhr man Richtung Dorf, das Gefälle des Landauer Weges wurde steiler und Konrad sollte „zu drehen“ also bremsen. Offensichtlich verwechselte er die Drehbewegung der Kurbel; der Wagen kam ins rollen und wurde immer schneller. Die Pferde fingen an zu scheuen und zu galoppieren und rannten den steilen Weg hinunter, so dass das Unglück unweigerlich seinen Lauf nahm. Ob der Fuhrmann herab springen wollte oder herunter fiel, weiß man nicht. Er kam unter das Fahrzeug, wurde ein Stück mitgeschleift und dabei tödlich verletzt. Der Todesfall wurde am nächsten Tag aufgrund einer schriftlichen Mitteilung des königlichen Amtsgerichts Landau beim Standesamt Göcklingen beurkundet.

Die Bestürzung über den Unfall muss sehr groß gewesen sein; denn am folgenden Tag war im „Landauer Anzeiger“ unter Göcklingen: zu lesen: „Der in den zwanziger Jahren stehende ledige Ackerer Johannes Eck, Sohn von Konrad Eck III. hatte das Unglück, beim Ausreißen der Pferde vom Wagen zu stürzen. Eine kurze Strecke wurde der Bedauernswerte geschleift, dann blieb er liegen und hauchte seinen Geist aus. Die so schwer getroffene Familie des in der Gemeinde geachteten braven jungen Mannes findet die aufrichtige Teilnahme“.

pkl