Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Historischer Grenzstein ziert den Eingang zum Freihof

Einen historisch wertvollen und interessanten Fund entdeckte Michael Schäfer bei Abrissarbeiten seines im vergangenen Jahr in der Göcklinger Hauptstraße erworbenen Anwesens. Es handelt sich um einen ehemaligen Grenzstein mit einem eingemeißelten Abtsstab.

Recherchen vom Göcklinger Ehrenbürger und Heimatforscher Hermann Frech ergaben, dass es sich bei dem Grenzstein um ein Abmarkungszeichen des früheren Fronhofes im Ortszentrum von Göcklingen handelt. Die ersten Urkunden des Fronhofes stammen aus dem Jahr 1567. Kurfürst Friedrich III. hat damals das Stift (Kloster) Klingenmünster und seinen Besitz, zu dem der Fronhof gehörte, „säkularisiert“ und der kurfürstlichen Kirchengüter- und Gefällsverwaltung unterstellt. Während des 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648) wechselte der Fronhof mehrfach den Besitzer. In der Folgezeit kam er wieder in den Besitz des Klosters Klingenmünster.

In Frankreich hatte man während der französischen Revolution durch „Dekret vom 4. November 1789“ die Kirchengüter in „Nationaleigentum“ umgewandelt. Nachdem die Franzosen das linke Rheinufer in ihren Besitz gebracht hatten, wurde dieses Gesetz auch in den eroberten Gebieten in Kraft gesetzt. Das Kloster Klingenmünster und seine Besitztümer (jetzt Nationaleigentum) wurde zuerst „auf Zeit“ verpachtet und um 1795 verkauft beziehungsweise versteigert. Da das Land zuvor in viele kleine Parzellen aufgeteilt war, waren durch den Verkauf die Grenzsteine teilweise überflüssig. Die neuen Grundstücksbesitzer entfernten sie und verwendeten sie zum Teil als Mauersteine. Wie eingangs erwähnt, fand Michael Schäfer bei Abrissarbeiten einen solchen Grenzstein und schenkte ihn der Gemeinde Göcklingen. Diese hat ihn nach Reinigung und Sanierung am Eingang des heutigen Freihofes (früher Fronhof) befestigen lassen und ihm damit einen würdigen Standort gegeben. Ein Hinweisschild gibt Aufschluss über seine Geschichte.

pkl