Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

150 Jahre alt... und immer noch im Einsatz: Feuerwehr wie „ganz früher“ ...

Als Abschlussveranstaltung der Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Göcklingen hat sich die Wehr etwas nicht alltägliches einfallen lassen: eine Löschübung mit „historischem“ Gerät am Sonntag, 04. August 2013, 11:00 Uhr ! Als „Brandobjekt“ dient das altehrwürdige ehemalige Schulhaus und jetzige Rathaus der Gemeinde im Ortszentrum.

Die Wehren aus Eschbach, Gleiszelllen-Gleishorbach, Gossersweiler-Stein, Leinsweiler und Rohrbach konnten als Mitstreiter gewonnen werden !

Und die bringen einige sehenswerte und außergewöhnliche Raritäten mit nach Göcklingen. Unter anderem zeigt ein weiteres „Geburtstagskind“, was es nach 150 Jahren „noch so drauf hat“: die Kameraden und Kameradinnen der Feuerwehr Gossersweiler-Stein nehmen Ihre „Distriktfeuerspritze Nr. 4“ des Ortsteils Stein, Baujahr 1863, Hersteller CH. Werry, Zweibrücken, zum Einsatz vor.

Komplettiert wird der „Gossersweiler-Steiner“ Löschzug von der Gossersweilerer Handdruckspritze aus dem Jahr 1902. das gute Stück wurde gebaut von Jean Vogel in Speyer am Rhein.

Unterstützt u. a. von der Freiwilligen Feuerwehr Rohrbach mit einem ganz besonderen Löschgerät: ein „Hydrophor“, das die Gemeinde Rohrbach 1878 zum stolzen Preis von 1908,00 Mark zusammen mit vier gummierten Schläuchen für die Wasserentnahme aus dem Dorfbach angeschafft hat. Hergestellt wurde das gute Stück in Aachen bei der Firma Joseph Beduwe.

Sechs bis acht kräftige Männer sind an den Pumpenstangen vonnöten, um das „Hydrophor“ in Gang zu setzen.

Ebenfalls in der Manufaktur Joseph Beduwe in Aachen wurde um ca. 1900 die Feuerspritze der Eschbacher Wehr gefertigt.

Die im Januar 1869 bei Heinrich Jung in Kandel gebaute Feuerspritze der Feuerwehr aus Leinsweiler zeigt ihr Können in Kooperation mit dem ebenfalls „historischen“ Schlauchwagen der Wehr und wird ihr Bestes bei der imaginären Brandbekämpfung am Göcklinger Rathaus geben.

Als regelrechter „Jungspund“ kommt bei dieser „Übung“ der Hydrantenkarren der örtlichen Feuerwehr daher. Nach dem Bau der Wasserleitung in Göcklingen im Jahr 1929 wurde die Feuerwehr durch die Gemeinde mit der Beschaffung dieses Hydranten- und Schlauchkarrens auf den damals aktuellen „Stand der Löschtechnik“ für Orte in dieser Größenordnung gebracht. Der in Göcklingen in Anspielung auf sein Alter liebevoll „Kaiser-Wilhelm“ genannte Hydrantenkarren wird die Wasserversorgung der zur Nachbarschaftshilfe herbeigeeilten Feuerwehren sicherstellen und natürlich auch tatkräftig den „Ersteinsatz“ fahren ….

Historisch korrekt wird die „Übung“ sicher nicht ablaufen, aber wann hat man schon Gelegenheit, solche Raritäten „live“ in Aktion zu sehen, zumal alle Gerätschaften im Anschluss in aller Ruhe besichtigt werden können. Und sicher geben die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden bereitwillig Auskunft zu Technik und Funktion dieser „Zeitzeugen“ der deutschen Feuerwehrtechnik zwischen 1863 und 1930

Übrigens - bei diesem „Einsatz“ sind ausnahmsweise „Gaffer“ (sprich Zuschauer) ausdrücklich erwünscht.

Da bei solchen „Großschadenslagen“ die Versorgung der Löschmannschaften und in diesem Fall auch der Zuschauer natürlich nicht zu kurz kommen darf, wird die Freiwillige Feuerwehr Göcklingen auf der angrenzenden Pfarrwiese selbstverständlich auch für das leibliche Wohl sorgen und gegen „Hunger und Durst“ bestens gewappnet sein.

ah