Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Aus den Erinnerungen von Hermann Frech

Am Vierte vorbei!

De Loor Schorsch hieß eigentlich Georg Büchler. Sein Eltern-und Wohnhaus stand in der  Welsgasse, das erste Haus rechts, von der Hauptstraße aus gesehen, zwischen dem Mühlbach und dem Kaiserbach - auf der "Insel - wie die Göcklinger sagten. Den Beinamen "Loor" hatten die Büchler's von ihrem Vater "geerbt", der mit Vornamen Lorenz hieß, weshalb man einfach  "s' Loor's" sagte. Das Haus war ein schönes großes Fachwerkhaus, ähnlich dem heutigen "Hausbräu". Erbaut wurde es von dem protestantischen Schulmeister Welz. Dessen Kinder verkauften es nach dem Tod der Eltern an den bereits erwähnten Lorenz Büchler. Der ledige Georg Büchler bewohnte sein Elternhaus zusammen mit zwei weiteren ledigen Schwestern. Alle drei waren äußerst sparsam. So waren im ganzen Haus nur zwei Leuchten, mit den schwächsten Leuchtmitteln (Birnen) angeschlossen, die es damals gab. Deshalb prüfte man seitens der Pfalzwerke, ob nicht heimlich Strom abgezweigt wurde. Dem war aber nicht so. Auch der Wasserverbrauch bewegte sich auf niedrigstem Niveau. Obwohl Schorsch etwas misstrauisch war, wundert es mich, dass, wenn bei ihm Fasswein gefüllt wurde, er meinem Vater den Haus- bzw. Kellerschlüssel brachte und sagte: "Fritz, du machst das schon richtig"!

Als Gespann hatte er nicht, wie damals üblich, zwei Pferde, sondern  zwei große, wohlgenährte Ochsen, mit denen er die Feldarbeit verrichtete. Einmal fuhr er mit einer großen Fuhre Mist an unserem Haus vorbei. Unser Nachbar, vor seinem Hoftor stehend, fragte ihn spöttisch: "Na, wu geht' s hie, ihr drei?" Worauf die schlagfertige Antwort kam: "Am vierte vorbei"

pkl

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