Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Die Historie des Gemeindewaldes Teil 1

Wenn man vom Göcklinger Gemeindewald spricht, denkt man primär an an die Grund-und Bodenfläche, auf der sich der (Göcklinger) Steinbruch befindet. Der  Wald im Sinn der Holzgewinnung und eines Erholungsgebietes hat aufgrund seiner geringen Ausdehnung (knapp 47 ha)  und seiner Nutzung kaum noch Bedeutung. Bereits im Jahr 1481 liegt eine "Gereite-Ordnung" vor, in der die Dörfer Ilbesheim, Eschbach, Wollmesheim und Leinsweiler genannt sind. In ihr sind die Rechte und Pflichten der Eigentümer und Nutzungsberechtigte beschrieben. Ihren Ursprung hat sie noch zu Zeiten König Dagoberts, der als "guter" König bezeichnet wird.

Das "Wald-Geraith" zu Göcklingen , das auch "Odermannsholtz" genannt wurde, befand sich bei Gossersweiler also südlich des Kaiserbachs im Bann Waldrohrbach/Waldhambach und lag "auf Bistumbs Speyer grundt und boden". An diesem Geraidewald hatten die Gemeinden Göcklingen, Eschbach, Mörzheim, Waldhambach, Waldrohrbach  und Wollmesheim Anteil. Auch das Kloster Klingenmünster hatte ein "Holtzrecht" seit undenklichen Tagen. Eine Geraideordnung von 1550 ist bis heute erhalten geblieben. In groben Zügen hatte sie folgenden Inhalt:

Sie enthielt ein Verzeichnis aller Genossen, Vorschriften über die jährliche Pflege des Waldes, verbot jeden Betrug am Holzeinschlag (keiner soll mehr empfangen oder nehmen, als er erkauft oder erworben hat). Ferner war vermerkt, dass jeder seine Kost in den Wald mitzubringen hat. Keiner durfte fremdes Holtz hauen, abfahren und verwenden. Das galt als Straftat, die verfolgt werden konnte. Jeder musste das ihm zugewiesene Holz  fällen, vor dem Tag,"ehe man wieder neues ausweisen tuth." Auf Äckern oder sonstigen freien Stellen im Wald durfte jeder "Aidtgenoss" zwei Sauen treiben. Ferner war jeder Genosse verpflichtet, Angaben zu unrechtem Gebrauch anzuzeigen. Frevler sollten festgehalten und dem Richter zugeführt werden. Wenn jemand aus seinem Bestand Holz verkaufen wollte, musste er es erst einem "Aidtgenossen" anbieten, "will es keiner kaufen, darf er es verkaufen, wem er will". Außerdem musste jeder Genosse geloben und schwören, dass er stets und fest alle Vorschriften einhält. Jeder musste sich beim "Buschmeister" (heute zuständigen Förster oder Revierleiter) an-und abmelden.

Diese "Waldordnung" ging auf "eine uralte Tradition von unerdenklichen Tagen" zurück und wurde von   Häusl Wendel, Amtmann "zu Madenburg und Landeck" erstellt. Er nennt den Bischof Philipp von Speyer seinen "gnädigsten Fürsten und Herrn".

Wie es bei uns Menschen so ist, kam es im Laufe von Jahrzehnten dennoch zu Streitigkeiten zwischen den einzelnen Gemeinden, unter anderem Göcklingen, Eschbach, Waldrohrbach und Waldhambach, insbesondere über Weiderechte von Vieh, das in anderen Gebieten graste. Der Göcklinger Schultheiß  legte einen Bescheid von 1678 vor, "vermög dessen, die Gemeinde berechtigt war, in dem Hinterbusch ihre Schweine zu treiben, wann es Eicheln gebe". 1781 einigten sich Waldhambach und Göcklingen über gemeinsame Rechte des "Hinterbuschs". Es wurde festgelegt, dass " der Bischöflichen Speyerischen in Waldhambacher gelegenen Gemarkung  liegenden Göcklinger gemeinen Wald auf der niederen Seite an den angrenzenden Wiesen mit 46 Steinen untersteint (abgegrenzt) werde. An der oberen Seite wurden keine Steine gesetzt, weil solches die Gemeinde Klingenmünster entscheidet. Die bischöfliche Rechtsprechung entschied, "dass der Weid- und Viehtrieb für Rindvieh und für Schweine  ein wie allemal , wie vorhin und auch künftig von beiden Teilen der Gemeinde Göcklingen und Waldhambach gemeinschaftlich zu betreiben sei." Für den Vorgang musste Göcklingen an Waldhambach den Betrag von 19 Gulden und 35 Kreuzer zahlen. ( heute etwa 312.-- Euro)

pkl

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