Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen
Vorlesen

30 Jahre Bio-Weingut Hoffmann

Am kommenden Samstag, den 20. Mai feiert das Bio-Weingut Hoffmann in der Steinstraße 25 das 30-jährige Bestehen seines Bio-Weinguts und gehört damit zu den Pionieren des ökologischen Weinanbaus in der Pfalz. Wie der Wandel vom konventionellen Weinbau, der von der Familie Hoffmann schon seit Generationen betrieben wurde, auf die umweltfreundliche Schiene wechselte, beschreibt der heutige Inhaber Gerhard Hoffmann wie folgt:

"Eine hartnäckige Hauterkrankung bei einem Familienmitglied war das Schlüsselerlebnis zur Umstellung, obwohl sie mit dem Weinbau gar nichts zu tun hatte. Der damalige Arzt verglich die Behandlung der Krankheit mit Kortisonpräparaten sinngemäß mit der chemischen Schädlingsbekämpfung im Weinbau, deren schädliche Nebenwirkungen größer sein können, als das eigentliche Schadbild."

Dieser Vergleich zündete beim Betriebsinhaber Walter Hoffmann und von 1976 an wurde die Düngung auf organische Mittel reduziert. In den folgenden Jahren verzichtete er auf chemische Schädlingsbekämpfung und erhielt im Jahr 1987 das Zertifikat "Bio - Weingut". Voraus gingen mehrere Umstellungsjahre, Während dieser Zeit wurde und wird der Betrieb bis zum heutigen Tag in unregelmäßigen Abständen von unabhängiger Stelle kontrolliert und überwacht. In den ersten Jahren wurden Hoffmann's eher belächelt und verspottet, worauf in der Einladung mit der selbstironischen Bemerkung "Damals Spinner - Heute Gewinner!?" hingewiesen wird. 1987 war wie 2016 ein "Peronospora-Jahr" (Pilzkrankheit Falscher Mehltau) und man hatte mit seiner biologischen Bekämpfung noch keine Erfahrung. 1995 übernahm Gerhard Hoffmann den Weinbaubetrieb zusammen mit seiner Frau Claudia und hat die Entscheidung bis heute nicht bereut. Zwischenzeitlich "steigen" immer mehr Betriebe auf Ökologie um. Trotz staatlicher Beihilfen birgt ein Bio-Betrieb immer wieder finanzielle Risiken in sich. Trotz höherer Endpreise für seine Produkte hatte Hoffmann letztes Jahr einen Ernteausfall von nahezu 70 % zu verzeichnen. Auch der Arbeitsaufwand für Unkrautbekämpfung und Bodenbearbeitung übersteigt den des konventionellen Weinbaus. Aus Überzeugung bleibt Hoffmann seiner ökologischen Linie treu.

Um sein Risiko zu minimieren setzt der Bio-Winzer auf mehrere Standbeine. So pflanzt er - natürlich biologisch - Schwarze Johannisbeeren und Tafeltrauben an, die als Nischenprodukte bei Liebhabern gut ankommen. Vorzeigeprodukte sind saisonbedingt sein bekannter Glühwein, mit dem er bereits im dritten Jahr in Folge den Ersten Preis bei den üblichen Prämierungen erringen konnte und die "Raureifperle", ein Glühwein mit Kohlensäure versetzt, als Kaltgetränk.

Am Samstag ab 17 Uhr haben nun alle Interessenten die Möglichkeit, sich von den "Hoffmann's - Tropfen" persönlich zu überzeugen.

pkl