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Immer im Stress?

Ständig unter Zeitdruck? Wer kennt dieses Gefühl nicht?

Arbeit und Privatleben sind immer schwerer unter einen Hut zu kriegen. Woran liegt das? Unter anderem an steigenden Lebenshaltungskosten, mehr Verpflichtungen zu Hause oder am Arbeitsplatz. Manche Menschen fühlen sich auch in ihrer Freizeit gestresst - was auch Kinder betreffen kann - wenn ihr Tag zu straff durchorganisiert ist. Wie schnell ist der persönliche Zeitplan überladen. Aber wie findet man die richtige Balance? Ausschlaggebend sind meist die eigenen Entscheidungen, Ziele und Ideale. Es gibt vielerlei Gründe, warum sich manche zu viel vornehmen.

Der Wunsch, für die Familie gut zu sorgen

Eltern wollen, dass es ihren Kindern besser geht, als ihnen in ihrer Kindheit. Aus dem Wunsch heraus, ihren Ehegatten und Kindern eine erfolgreiche und gesicherte Zukunft zu ermöglichen, fühlen sich Erwachsene animiert, sogar in "freien" Zeiten den Manager zu mimen. Selbst Hobbys werden als Möglichkeit genutzt, sich weiter zu bilden und weiter zu entwickeln. Leider überlasten sich Eltern selbst und auch ihre Kinder.

Je mehr, desto besser.

Die Werbung vermittelt den Menschen das Gefühl: Wer nicht das Neueste hat, dem entgeht etwas. Durch den explosionsartigen Anstieg des Angebots auf allen Ebenen fühlt sich die verfügbare Zeit noch knapper an. Konsumenten - und das sind wir alle - können immer schwerer entscheiden, was wir kaufen, anziehen oder essen sollen. Schließlich wollen wir ja das Beste - auch aus unserer begrenzten Zeit - machen.

Es allen recht machen wollen oder müssen.

"Feierabend gibt es nicht mehr" schreibt eine deutsche Zeitung. Überstunden gehören zum Alltag, weil viele Menschen ihr Gehalt benötigen, um Produkte zu kaufen die sie brauchen oder solche die sie haben wollen, um dazu zu gehören. Die Chefs erwarten Überstunden. Aus Angst um den Arbeitsplatz arbeiten viele Angestellten länger und müssen auf Abruf verfügbar sein. Man denke an das Handy oder Smartphone, die griffbereit auf dem Nachttisch liegen oder sogar im Urlaub nicht abgeschaltet werden. (dürfen) Zwar machen es Mobilgeräte möglich, Arbeitsplatz und Arbeitszeit flexibler zu gestalten, aber ständige Erreichbarkeit erhöht den Leistungsdruck. Zuhause können Mobilgeräte ebenfalls eine Erleichterung bedeuten, um sich gegenseitig besser abzustimmen.Sie können jedoch auch dem Familienleben in die Quere kommen, indem man ihnen mehr Aufmerksamkeit schenkt als den Familienmitgliedern.

Sozialer Status und Selbstverwirklichung.

Die meisten Arbeitnehmer gehen gern arbeiten. Viele definieren sich über einen vollen Terminkalender. Und das Ergebnis? "Stress ist das neue Statussymbol" schreibt "Die Welt". Wer viel arbeitet (oder es behauptet) ist erfolgreicher - denkt gar Mancher -.

Fleiß und Arbeit sind positive Eigenschaften. Eine ausgeglichene Einstellung gehört auch dazu. Ein Sprichwort sagt: "Besser eine andvoll Ruhe als eine doppelte Handvoll harte Arbeit und Haschen nach Wind". Ein ausgeglichenes Leben ist gut für Körper und Geist. Folgende Anregungen können dabei helfen, die eigenen Ansprüche zurück zu schrauben und das Leben zu entschleunigen.

Nach einer gewissen Sicherheit zu streben ist natürlich und verständlich. Aber wie viel ist genug? Einkommen und Besitz allein sind nicht die alleinigen Wertmaßstäbe. Man muss auch die Zeit aufbringen, es zu genießen. Sich keine überzogenen Ziele setzen, wie sich frühere Entscheidungen ausgewirkt haben und was wir tun können, um unsere Ziele zu erreichen.

Das Konsumverhalten überdenken.

Es ist das Ziel der Werbung, Bedürfnisse (Begierden) zu wecken und zum (notwendigen) Bedarf werden zu lassen. Das kann dazu führen, mehr zu arbeiten und sich teuren und/oder zeitintensiven Hobbys zu widmen. Man kann nicht jeder Werbung aus dem Weg gehen oder ihr widerstehen.Aber man kann überdenken, was man wirklich braucht, wobei der Einfluss anderer nicht zu unterschätzen ist.

Grenzen für das Arbeitsleben setzen

Ein offenes Gespräch mit dem Vorgesetzten über Arbeitsumfang und eigene Prioritäten hilft oft weiter.Man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn die Arbeit für einen selbst nur das halbe Leben ist. Wenn möglich Arbeit und Privatleben voneinander trennen.

Der Familie Vorrang geben.

Ehepaare brauchen Zeit füreinander und Kinder brauchen Zeit mit ihren Eltern. Nicht unbedingt mit dem rasanten Tempo anderer Familien mithalten wollen. Es stellt sich daher die Frage, ob die nächsten Generationen nicht die Zeche zahlen müssen durch die geringe zeitliche Zuwendung ihrer Eltern. (Als Säugling mit Ganztagsbetreuung in die KiTa, später Ganztagsschule, Abitur und Berufsausbildung, vielleicht bis zum 25. Lebensjahr oder länger?) Man muss sich auch mal eine Auszeit gönnen und das Familienleben besser pflegen. Am Ende bleibt die Frage: Was will ich wirklich für mich und meine Familie?

Eine nachdenkliche Woche wünscht Ihnen und Ihrer Familie die GR