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Fastenzeit - gute Vorsatzzeit? -

Mit dem Aschermittwoch beginnt nach christlicher Tradition die Fastenzeit oder österliche Bußzeit. Mit dem Gedenken des Sterbens wird in der katholischen Kirche durch Auflegung eines Aschenkreuzes an die Vergänglichkeit alles Irdischen erinnert. Während früher die Fastenzeit nur in der katholischen Lehre verankert war, gibt es heute viele Arten des freiwilligen Verzichts durch alle Religionen und Kulturen.

Dem Grunde nach sind gute Vorsätze positiv zu bewerten. So erscheint es sinnvoll, zur Gewichtsreduzierung weniger zu essen oder sich mehr zu bewegen und Sport zu treiben. Auch beim Klimawandel, der Umweltbelastung usw. gibt es Möglichkeiten der Besserung. Doch wenn die Vorsätze inflationäre Ausmaße annehmen, um nur einen "außergewöhnlichen Vorsatz" zu erfinden, wird dessen Sinn fragwürdig. Neulich wurde in den Medien veröffentlicht, dass jemand während der Fastenzeit nicht lügen will. Vielleicht kommt jemand auf die Idee, in der Fastenzeit seine Mitmenschen nicht zu bestehlen, zu betrügen, sie umzubringen oder oder eine sonstige Unrechtmäßigkeit gegenüber anderen zu unterlassen. Die Einhaltung von Gesetz, Recht und Moral ist doch nicht an eine jahreszeitliche Frist gebunden, sondern ist durchgehend gültig.

Insofern ist die Einhaltung guter Vorsätze zu begrüßen, nicht aber die Einhaltung der normalsten Regeln des menschlichen Zusammenlebens als außergewöhnlich ehrenhaft oder moralisch hochstehend hervor zu heben. Übersehen wir also unsere kleinen Fehlern in der "närrischen Zeit" und denken an das Stockacher Narrengericht, bei dem der Kläger, der Anwalt und der Beklagte zum Schluss einhellig fordern: "So geschehe, was Recht ist!"

pkl

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