Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen
Vorlesen

Altes christliches Brauchtum wird weiter gepflegt.

Eine gesellschaftliche Handlung mit langjährigem Wiederholungscharakter als Bestandteil des Alltags bezeichnet man als Brauchtum. Die Verbindung zwischen Brauchtum und Religion ist für alle Kulturen schon früh bezeugt.

Ein solcher Brauch ist der Würz-oder Gewürzwisch, den die katholische Kirche am Fest Maria Himmelfahrt - 15. August - als "Kräuterweihe" feiert. Der Gewürzwisch ist ein Gebinde aus Heilkräutern und Gewürzpflanzen, die in früheren Jahren oft zur Heilung und Linderungen von Krankheiten von Mensch und Tier in verschiedenen Formen eingesetzt, aber auch in der Küche zur Verfeinerung von Speisen verwendet wurden. Außerdem hatten sie einen religiösen Hintergrund. In gesegnetem Zustand sollten sie vor Unheil wie Blitz und Hagel schützen.

In Göcklingen wird der Brauch des Gewürzwischbindens von der KFD besonders gepflegt. Nach dem Grund befragt, haben die Verantwortlichen folgende Erklärung parat:

"Viele Menschen haben keine Zeit mehr, Kräuter zu sammeln und einen Strauß zu binden. Außerdem kennen die jüngeren Leute die Pflanzen nicht mehr. Da sind wir vor etwa 20 Jahren in die Bresche gesprungen. Die einzelnen in freier Natur wachsenden Pflanzen, wie "Odermennig, Osterluzei, Tausendguldenkraut, Stechäpfel, Bluttröpfchen usw." werden meist einen Tag zuvor gesammelt. Die Gartenpflanzen und - Kräuter bringen am Tag des Bindens, meist am Vortag des Festes - die Frauen aus eigenem Garten oder aus der Nachbarschaft mit. Zu erwähnen wären beispielsweise "Königskerze, Stockrose, (Malve) Weinraute, Wermut, Beifuß und viele andere. Die Zusammenstellung des Gewürzstraußes und die Pflanzen-(Trivial) Namen sind regional ja lokal sehr unterschiedlich, deuten aber manchmal auf ihre Wirkung hin. So wird der Hasenklee botanisch: "Trifolium arvense" auch "Herrgottschuh" oder "Stopfarsch" genannt. Auf diese Weise kommen etwa 60 bis 79 Würzwische zusammen, die am Ende des Gottesdienstes, bei dem sie gesegnet werden, gegen eine freiwillige Spende abgegeben werden. Der Bedarf wird von Jahr zu Jahr größer. Die KFD ist ehrenamtlich tätig. Der Erlös geht immer an ein gemeinnütziges Hilfsprojekt. Außerdem tragen wir dazu bei, dass der schöne Brauch nicht in Vergessenheit gerät."

Bleibt zu hoffen, dass der Brauch auch noch viele weitere Jahre erhalten bleibt.

pkl

Datenschutzerklärung - Impressum