Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen
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Im Geschichtsbuch geblättert

Zu den Bildern: a) Archivbild der Obermühle b) Steintrog als einziges Überbleibsel der Ogbermühle. Heute steht er als Brunnentrog in den Weinbergen der Gemeinde

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach..

Die Obermühle, Erlenmühle oder Siegristmühle

Wasserläufe waren schon immer eine Voraussetzung für menschliche Ansiedlungen. Als Transportwege dienten Flüsse und Bäche ebenso wie zum Antrieb technischer Geräte nach dem damaligen Stand der Technik wie z.B. Wasserkraft für Mühlen. Allein am Kaiserbach standen einst acht Mühlen in einer Entfernung von 12 Kilometern auseinander, um die Bevölkerung hauptsächlich mit Mehl zu versorgen. Die etwa 500 m westlich von Göcklingen gelegene Obermühle, Erlenmühle oder später Siegristmühle genannt, war eine der bedeutendsten.

Die älteste Nachricht dieser Mühle stammt aus dem Jahr 1364. Im April 1443 verkauften zwei Ritter von Sickingen die Mühle an das Kloster Klingenmünster. Alten Akten zufolge mussten Abgaben an den Bischof von Speyer entrichtet werden. Im Jahr 1766 ist Johann Jakob Hafner als Müller auf der Erlenmühle genannt. Der damalige Name der Mühle ergab sich aus dem umstehenden Baumbestand.

Im Urkataster von 1839 ist festgehalten. "Wohnhaus mit Mühlwerk zu zwei Mahlgängen und einem Schälgang unter einem Dach, Ölmühle mit Hanfreibe Holzschopf, Stallung und Kelterhaus, Scheuer und Keller". Daraus ist zu schließen, dass der Mühle noch ein landwirtschaftlicher Gemischtbetrieb mit Viehhaltung und Weinbau angegliedert war. Zur Reinigung des Mühlbaches war der Mühlenbesitzer verpflichtet. Da es im Ort schon eine Dorfmühle gab, erhielt die Erlenmühle, um Verwechslungen vorzubeugen, den Namen Obermühle.

1886 wurde die Mühle offensichtlich zwangsversteigert. Wahrscheinlich wurde die Familie Siegrist neuer Eigentümer, weshalb man heute noch von der "Siegristmühle" spricht. Zuvor war sie 130 Jahre im Besitz der Familie Hafner.

Als Mühlenbetrieb erscheint der Name "Erlenmühle" um das Jahr 1900 nochmals im Grundbuch. Nach dieser Zeit war für viele Dorfmühlen das Ende gekommen. Wie Pfarrer Dr. Schirmer in seinem Buch über Göcklingen (erschienen 1981) schreibt, konnten sich ältere Leute noch daran erinnern, dass das Mühlrad noch um 1920 stand. Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Mühle "auf Abriss" versteigert. Ein Gastwirt aus Billigheim soll sie ersteigert haben, dessen Anwesen ein Blitzschlag vernichtet hatte. Außer einem Fundament der Scheune entlang des Kaiserbachs direkt bei der Brücke aufwärts ist von dem ursprünglichen Standorts nichts mehr zu erkennen. Der Wasser führende Mühlgraben wurde im Zug der Flurbereinigung 1968 zugeschüttet. Bei Ausgrabungen für den Tonabbau zu Beginn der 1980er Jahre fand man einen Steintrog aus dem Inventar der Mühle. Dieser Brunnentrog wurde restauriert und an anderer Stelle der Gemarkung ("Mosers Brunnen") verwendet. Er ist das letzte sichtbare Zeichen einer einst wichtigen und geschichtsträchtigen Mühle.

pkl

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