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Die Bedeutung des 30. September 1989 für den Fall der Berliner Mauer und die Deutsche Einheit

Am 30. September 1989 verkündete der damalige deutsche Außenminister Hans- Dietrich Genscher vom Balkon der westdeutschen Botschaft in Prag die Ausreise für Tausende DDR-Flüchtlinge. Es war ein Meilenstein auf dem Weg zur Wiedervereinigung und der Anfang vom Ende der DDR.

Die deutsche Teilung begann praktisch mit dem Tag der Kapitulation am 8. Mai 1945. Ein sichtbares Zeichen war der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961. Am Abend des 9. November 1989 kam es zum Mauerfall. Seit dieser Zeit ist Deutschland politisch wieder vereinigt. Doch 30 Jahre danach ist Deutschland noch in vielem immer noch ein Land mit zwei Gesellschaften. Als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl von blühenden Landschaften sprach, dachte wohl niemand, dass ein harmonisches Zusammenwachsen der Deutschen in Ost und West so lange dauern würde. Doch die größte Hürde wird durch Zeitablauf der nachwachsende Generation überwunden, was man auch daran erkennen kann, dass *in unserem kleinen Ort nach der Wiedervereinigung schon mehrere glückliche "Mischehen" zwischen Ost und West geschlossen wurden.*

Als im Sommer 1989 der Ansturm der DDR-Flüchtlinge auf die Botschaft in Prag ein neues Ausmaß erreichte, waren immer weniger Flüchtlinge bereit, freiwillig in die DDR zurück zu kehren.

Zur gleichen Zeit flohen schon viele Tausend Ostdeutsche über Ungarn durch Wälder und Felder nach Österreich in den Westen, später über die offiziellen Grenzübergänge, die in der Nacht zum 11. September geöffnet wurden.Die Befürchtung, dass Erich Honecker im Rahmen des 40. Jahrestages der DDR die Grenzen zur Tschechoslowakei schließen würde, beflügelte immer mehr Menschen, die deutsche Botschaft in Prag zu erreichen. Am 30. September befanden sich etwa 4 000 Menschen in der Botschaft.

Während eines Verhandlungsmarathons in New York hatte Außenminister Genscher auf eine schnelle Lösung des Flüchtlingsproblems gedrängt. Sowohl die Sowjetunion als auch die USA, Frankreich und Großbritannien stellten sich in der Flüchtlingsfrage hinter Genscher. In einem Kompromiss wurde ausgehandelt, dass die Flüchtlinge mit Sonderzügen über das Territorium der DDR in den Westen reisen. Nach Genschers Rückkehr aus New York fand am Morgen des 30. September 1989 im Kanzleramt ein Treffen mit Bundeskanzler Helmut Kohl und dem damaligen Kanzleramtschef Rudolf Seiters statt, nach dessen Beendigung Genscher und Seiters unverzüglich nach Prag flogen.

Kurz nach 19.00 Uhr publizierte Genscher vom Balkon der Botschaft aus den wohl berühmtesten unvollendeten Satz: *"Wir sind gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise....." *die übrigen Worte gingen im Jubelsturm der 4 000 unter. Damit war der Anfang vom Ende der DDR gekommen.

pkl

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