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Vom Kommen und Gehen der jüdischen Gemeinde Göcklingen Lebendige Geschichtsstunde aus erster Hand

Auf großes Interesse stieß der Vortrag des Göcklinger Ehrenbürgers Hermann Frech zur Geschichte der jüdischen Gemeinde von Göcklingen am 24. November 2019.

Eindrucksvoll schilderte er, wie in den dreißiger Jahren Hass und Antisemitismus von Seiten des NS Regimes bis in das kleinste Dorf hinein geradezu geschürt wurden. Auf schäbige Weise wurden auch Schulkinder angestachelt z.B jüdische Händler aus dem Dorf zu jagen. An der Wand im Schulsaal stand nach den Sommerferien 1937 "Die Juden sind unser Unglück" anstatt "Laut – Langsam – Deutlich – Lesen"

Auch das dörfliche Echo der unseligen Reichsprogromnacht, die auch in Landau stattfand, kam zur Sprache. Dies alles von jemand zu hören, der es selbst als Göcklinger Bub erlebt hat und an dem Ort (im Rathaus und früheren Schulhaus)an dem es geschehen ist, war schon eindrucksvoll und bewegend.

Der Lokalhstoriker ging auch auf die Gechichte der Juden in Göcklingen ein, die mit dem Zuzug nach dem dreißigjähreigen begann, mit einen Höhepunkt im 19. Jahrhundert mit über 100 Einwohnern jüdischen Glaubens: So gab es unter anderem ein Bethaus und eine Judenschule. Manche Häuser tragen noch heut hebräische Inschriften.

Mit der beginnenden Industrialisierung und Veränderungen im Weinhandel kam durch Wegzug in die Städte das Ende einer jüdischen Gemeinschaft in Göcklinge - lange vor dem später herauziehenden Unheil der Nazi-Herrschaft. Hermann Frech zitierte in seinem Fazit Johannes Rau den ehemaligen Bundespräsidenten, der auf dem evangelischen Kirchentag 1983 den Teilnehmern zurief:
"Ihr Eltern erzählt euren Kindern wie alles gekommen ist und welch schreckliches Schicksal wir danach erlitten haben, sonst werden sie möglicherweise die gleichen Fhler wiederholen und das gleiche Schicksdal nochmal erleiden müssen"

Ortsbürgermeisterin Manuela Laub bedankte sich beim Referenten herzlich und wünschte sich noch viele solcher Zeitzeugenberichte, gerade auch für die jüngeren Generationen.

Wer sich für das Thema interessiert kann noch die Broschüre "Vom Kommen und Gehen der Juden in Göcklingen" von Herrmann Frech bei der Gemeindverwaltung erwerben. Die Schutzgtebühr von 3 Euro kommt dem Erhalt des jüdischen Friedhofs in Ingenheim zu gute.

hf

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