Göcklingen

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Alt wie ein Baum möchte ich werden, genau wie der Dichter es beschreibt: mit einer Krone, die weit, weit, weit über Felder zeigt. Mit Wurzeln, die nie ein Sturm bezwingt, Kindern nur Schatten bringt.

Alle meine Träume fang ich damit ein, zwischen Himmel und Erde zu sein…

Dieses Lied habe ich im Ohr in diesen verrückten Tagen: alles redet von Corona und ich ertappe mich, dass ich anfange zu hamstern - während draußen der Frühling tobt und die Wärme herauslockt.

Dieses kleine fiese unsichtbare Virus zwingt uns voneinander Abstand zu halten und unsere Bewegungsfreiheit einzuschränken - und es schafft etwas, was mir vielleicht schon lange Not tut: ich besinne mich auf das, was mir wirklich wichtig ist und was zählt. Ich werde mir bewusst, wie sehr ich meine Mit-Menschen brauche und wie mir die Gemeinschaft fehlt. Jetzt, wo das Draußen-Sein nicht unbeschwert möglich ist, frage ich nach dem Drinnen: Was gibt mir Kraft, wo finde ich Halt? Woran kann ich mich festhalten in dieser sorgenvollen Zeit? Das Bild vom Baum gibt mir eine Antwort: in der Erde tief verwurzelt steht er da. Aufrecht streckt er seine Äste, seine „Arme“ dem „Himmel“ entgegen. Jetzt im Frühling berauscht er mich mit seiner Blütenpracht. Im Sommer liege ich unter seinem Schatten. Und im Herbst ernte ich seine süßen Früchte. Gebeugt vom Wind steht er da – widersteht Frost und Hitze, Regen, Schnee und Stürme. Wenn der Baum alt wird und seine Zeit zu Ende geht, lebt er weiter in den „Früchten“ und in allem, was sein Da-Sein hinterlässt.

„Gesegnet ist der Mensch, der sich auf Gott verlässt!“, sagt die Bibel (Jeremia 17,7-9): „Denn er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit. Auch in dürren Zeiten verwelkt er nicht.“

Die Wochen, die vor uns liegen – was unsere persönliche Begegnung betrifft, werden sie „dürr“ werden. Was mir Hoffnung gibt sind die blühenden Bäume. Sie erinnern mich daran: nach jedem Winter kommt ein Frühling. So wie es in einem Lied in unserem Gesangbuch (EG 640) heißt: Sei unverzagt, bald der Morgen tagt und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach

Bleiben Sie behütet und gesund in den kommenden Wochen!

Es grüßt Sie Ihre Pfarrerin Dorothea Helfrich

Wir bitten Sie, Ihre Anliegen in den kommenden Wochen telefonisch ode per Mail an uns zu richten.

Kontakt: Prot. Pfarramt Heuchelheim – Friedhofstraße 6 – 76831 Göcklingen – Tel. 06349-6245 (pfarramt.heuchelheim@evkirchepfalz.de)

Peilsender
Radio-Andacht-Pfalzklinikum
In den kommenden Wochen können Sie sonntags um 9.00 und um 12.00 h den Klinikgottesdienst des Pfalzklinikums empfangen:
87,9 UkW oder peilsender.radio.de

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