Göcklingen

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Es war Pankratius nicht die "Kalte Sophie"

Unser Bild zeigt einen von Frost geschädigten Weinberg in der Gewanne Holzbrühl.

Es ist etwas Wahres dran an den Eisheiligen (Mamertus, 11. Mai, Pankratius 12. Mai, Servatius 13. Mai, Bonifatius 14. Mai und der "Kalten Sophie" , 15. Mai) Wenn sie auch nicht regelmäßig und pünktlich "zuschlagen", so zeigen sie den Winzern, Gemüse-und Obstbauern doch, wo "de Barthel de Moscht holt" (um eine pfälzische Redewendung zu verwenden) bzw. wo er ihnen denselben verweigert. In diesem Jahr waren zwar keine so genannten Spätfröste prognostiziert, aber die polare Nordluft um die Zeit der Eisheiligen hat die Nachttemperaturen in manchen Gemarkungsteilen von Göcklingen in den Minusbereich sinken lassen. Es waren nicht die klassischen Frostlagen, also geographisch tief liegende Weinberge, sondern eher Geländemulden in denen keine Luftzirkulation statt finden konnte. Betroffen sind hauptsächlich die Gewannen "Kieselberg" oder "Im Holzbrühl". Außerdem konnte man feststellen, sind manche Rebsorten gegen Frost empfindlicher als andere, und wenn es nur um 1° Celsius geht. Den Spätfrösten versuchte man schon vor mehr als 70 Jahren mit unterschiedlichen Methoden "Herr zu werden", allerdings bis heute mit mäßigem Erfolg.

Was ist der klimatische Hintergrund dieser Wettersituation?

In der Meteorologie werden Wetterlagen, die zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten, als Singularität bezeichnet. Bekannte Erscheinungsformen sind z.B. die Eisheiligen, die Schafskälte, die Hundstage, der Altweibersommer usw. Anfang Mai sind die Temperaturen in Mitteleuropa relativ hoch. Sie werden aber immer wieder durch Wetterlagen unterbrochen, bei denen kalte Polarluft nach Süden strömt. Wenn der Himmel klar ist, kann die nächtliche Abstrahlung zu Bodenfrösten führen und dadurch Schäden an empfindlichen Pflanzen verursachen. Laut alter Bauernregel wird das milde Frühlingswetter erst mit Ablauf des 15, Mai "Kalte Sophie" stabil. Früher war es ein ungeschriebenes Gesetz, dass vor diesem Tag keine Saat oder Pflanzung erfolgen durfte. Wie dem auch sei, alle betroffenen Berufsgruppen haben das Mitgefühl der ganzen Bevölkerung, zumal weder eine Impfung, Abstand halten und sonstige Vorsichtsmaßnahmen (wie bei dem Corona-Virus) wirkungslos bleiben.

pkl

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