Göcklingen

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Vom Wetter und der Entstehung bestimmter Regeln

Das Wetter ist generell ein treffliches Gesprächsthema. Es ist zum einen immer aktuell, man kann gleicher oder gegensätzlicher Meinung zu ihm sein, es verteidigt sich nicht, sondern verhält sich so, wie es will. Und dennoch gibt es so genannte "Regeln", die ihm - vornehmlich die Landbevölkerung - verpasst hat und deshalb *Wetterregeln oder Bauernregeln* genannt werden.

Es sind meist in Reimform gefasste Volkssprüche über das Wetter und seine Folgen für die Landwirtschaft. Schon der griechische Universalgelehrte Aristoteles unternahm einen wissenschaftlichen Versuch, das Wetter zu ergründen und leitete Regeln davon ab. Im Umbruch des Mittelalters zur Neuzeit versuchte man, Wetterphänomene wissenschaftlich zu erklären. Bis heute werden aus bestimmten Wetterlagen Rückschlüsse gezogen und Wettervorhersagen davon abgeleitet.

Erst Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts begann man, Wettererscheinungen wissenschaftlich und statistisch zu prüfen, festzuhalten und Vorhersagen zu treffen. Die Methoden verbessern sich dank der heutigen Erkenntnisse und Technik ständig; doch Abweichungen von Vorhersagen lassen sich nicht vermeiden.

Die meteorologischen Beobachtungen mit volkstümlichen, religiösen und abergläubischen Wetterprognosen haben sich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verbreitet. Die Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1586 mit einer Zeitverschiebung von 10 Tagen (auf den 4. Oktober folgte der 15. Oktober) hat viele Regeln "aus dem Tritt" gebracht. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache*sind viele Regeln von erstaunlicher Zuverlässigkeit.* Wichtig sind "regionale" Übereinstimmungen; denn einige davon waren an der Ostsee, andere im Alpenraum gültig. Übereinstimmungen für ganz Mitteleuropa gab und gibt es wenige. In der Entstehungszeit der Bauernregeln wurden oft christlich geprägte Bezugstage (z.B. Maria Lichtmess) oder Patronatstage (St. Georg, Peter und Paul usw.) ausgewählt. Die Wetterregeln sind heute noch Eckpunkte für Wetterprognosen, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß wie zu früheren Zeiten, wie der Meteorologe Jörg Kachelmann im Jahr 2004 feststellte.

Eine bis heute noch absolut zutreffende Bauernregel, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten, lautet: "Kräht der Hahn früh auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist," weshalb man heute noch den Gockel auf dem Kirchturm und anderswo symbolisch als Wetterhahn bezeichnet.

Unser Bild zeigt den auf dem Kinderspielplatz als Schaukel umfunktionierten "Göcklinger Gockel"

pkl

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