Göcklingen

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Erinnerungen von Hermann Frech

Ein neues Mittel

Georg Eck, der Großvater meiner Frau war ein wohlhabender und fortschrittlicher Winzer. So wusste er noch vor dem 1. Weltkrieg, dass es ein neues Mittel gegen den Mehltau (eine Pilzerkrankung im Weinbau) gab, die das Grauwerden der Trauben verhinderte. Die befallenen Trauben bekamen einen gräulichen Überzug und blieben klein und hart. Das führte zu einem totalen Ernteausfall. Dem konnte man entgegenwirken, indem man die Trauben mit Schwefel bestäubte. Heute setzt man der Spritzbrühe den sogenannten "Netzschwefel" zu.

Georg kaufte einen Sack reinen gelben Schwefel, dazu einen "Schwewwler" (Schwefler), mit dem man durch leichten Luftdruck Schwefel in das Laubwerk und auf die Trauben blasen konnte. Übrigens mit großem Erfolg. So war er mal wieder in einem Weinberg bei der Arbeit, als der Heiner vorüber ging. Der blieb stehen und fragte ganz verwundert: "Sach emol Schrosch, was machscht dann du do? Des häb ich noch nit g'sähne!" "Ei ich schwäwwl" sagte Georg. "Ich blos de Schwewwel in die Trauwe, dass sie nit groh wern." "Nit groh wern?" meinte der Heiner, "Ja hilft des Wirklich gege das Grohwere"" "Ma sachts emol" antwortete Georg Eck. "Schorsch" ment de Heiner "kann ich e bissel von dem Zeug hawwe? Mein Fraa werd nämlich von Dach zu Dach immer groher und groher!"

pkl

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